Geburtsvorbereitung, Uncategorized

Authentischer Geburtsbericht

Ich freue mich, dass ich für Euch heute wieder einen Geburtsbericht veröffentlichen darf. Er ist von Ilka aus Chemnitz- ich kenne sie (noch) nicht persönlich, aber sie war so lieb, ihre ganz eigene Geburtsgeschichte aufzuschreiben und für Euch zum Lesen freizugeben. Herzlichen Dank!!!

Sie hat wie ich keinen Kurs besuchen können, aber dennoch ein paar Hypnobirthingelemente genutzt. Wichtig anzumerken meinerseits ist, dass dadurch ganz wichtige Inhalte, Techniken zur Blockadenlösung (Ängste, hinderliche Gedanken, Vorerfahrungen), Übungen für die Schwangere und den Geburtsbegleiter, Hypnosen und die nicht zu unterschätzende Kursdynamik fehlen. Nichtsdestotrotz können schon das Buch und die Atemtechniken sehr hilfreich sein. Lest selbst: 

Hypnobirthing in Eigenregie – ein Erfahrungsbericht von Ilka

Als ich schwanger war tauschte ich mich viel mit einer Freundin aus, die bereits Mutter war und dabei ging es auch um das Thema Angst vor der Geburt. Sie brachte mich in Kontakt mit dem Thema Hypnobirthing. Ich machte mich damals auf die Suche nach einem Kurs, konnte aber im Umkreis nichts finden. Mir blieb also nichts anderes übrig als per Buch und Youtube in das Thema einzusteigen. Ich bin ein Mensch der generell offen ist für Selbstheilungskräfte und Entspannungstechniken, daher hatte ich wenig Schwierigkeiten mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass auch eine Geburt zumindest leichter werden kann durch Atmung und Konzentration. 

person s tummy and hand

Ich habe das Buch intensiv gelesen, die dazugehörige CD verwendet, bin aber schnell auf meine eigene Musik und Hypnobirthing-Videos bei Youtube umgestiegen. Der Tag der Geburt rückte unaufhaltsam Näher und schon das Gefühl, dass ich selbst zumindest einen Einfluss auf das haben kann was geschieht nahm mir die Angst. Meine Tochter kam plötzlich und 8-12 Tage vor dem eigentlichen Termin. Ich lag bereits um 23.30Uhr im Bett und hatte eine Stunde geschlafen, als ich einen Blasensprung bekam. Ich blieb entspannt und ging erstmal duschen, da ich keine Wellen hatte. Ich bat meinen Freund im Krankenhaus anzurufen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wir sollten uns in Ruhe fertig machen und kommen. Ich wurde dort erstmal aufgenommen und da weiterhin keine Wellentätigkeit vorhanden war entschieden wir, dass mein Freund erstmal wieder Heim fährt und ich ihn informiere, falls sich etwas ändert. Mein Lebensgefährte wusste zwar, dass ich mich mit der Geburt befasst hatte, aber nicht mit welchen Praktiken, da er weniger offen ist für solche Dinge als ich und ich mich irgendwie nicht traute ihm mein Vorhaben zu unterbreiten (ich wollte nicht, dass er es nicht ernst nimmt oder es mir ausredet). Gegen 2Uhr fuhr er und er war noch nicht am Auto, da kam die erste Welle. Gleich mit Abständen von 8 Minuten. Laufen war in diesem Moment schon unangenehm und da der Stuhl im Zimmer wo die Wellen kontrolliert wurden so bequem war, fragte ich, ob ich dort bleiben darf. Erst schaute ich ein paar Minuten Fernsehen, aber das lenkte mich zu sehr ab. Es war der 01. Juni und es sollte ein sehr warmer, schöner Sommertag werden. In dem Zimmer war ein Fenster auf und ich konnte die laue Luft fühlen, sehen wie sich der Tag ankündigte und die Vögel gaben für mich und meine Tochter ein kleines Konzert.

white and black bird perched on person s hand

Die künstliche Beleuchtung hatte ich ausgeschaltet. Ich konzentrierte mich auf diese wohlige, natürliche Stimmung, legte meine Hände auf meinen Bauch und entspannte mich. Ich sprach meiner Tochter gut zu und sagte ihr, dass sie keine Angst zu haben braucht und wie sehr ich mich auf sie freue. Ich hatte immer das Bild der sich öffnenden Blüte vor Augen und konzentrierte mich auf die Atemübungen. Ich hatte zwar Wellen in kurzen Abständen (wie kurz weiß ich nicht, da ich mich nicht darum gekümmert habe), aber es war sehr gut auszuhalten. Ab und zu kam eine Schwester vorbei um nach mir zu schauen, da man von mir keinen Mucks hörte. Ich hatte darum gebeten, dass man meinem Freund sagen soll, dass er gegen 6Uhr wieder da sein soll. Er kam pünktlich und man kündigte uns an, dass wir bald in den Kreißsaal gehen sollten. Gegen 7Uhr war es soweit. Eine Hebamme kontrollierte den Fortschritt und war erstaunt, dass mein Muttermund schon zur Hälfte geöffnet war, obwohl ich so unauffällig und ruhig in meinem Zimmerchen gesessen hatte. Von nun an wurde alles etwas turbulenter. Durch den Umzug in den Kreißsaal wurde ich aus meiner Tiefenentspannung geholt. LEIDER. Ab jetzt waren die Geburtsschmerzen deutlich zu spüren. Ich bekam einen Einlauf und musste auch ein sanftes Schmerzmittel nehmen, weil die Schmerzen doch sehr plötzlich deutlich stärker waren. Ich wurde zum ersten Mal Mutter und hatte noch nicht das Selbstbewusstsein zu widersprechen, daher machte ich mit was mir gesagt wurde. Mein Freund war toll, er kühlte mir die Stirn, machte mir Mut und hielt meine Hand. Zwei Stunden und 19 Minuten nachdem wir in den Kreißsaal gekommen sind erblickte meine Tochter das Licht der Welt. Ich musste weder geschnitten, noch genäht werden, lediglich eine minimale Dammschürfung blieb zurück, die problemlos heilte. Ich bin heute überzeugt, dass mir meine Vorbereitung diese kurze und „angenehme“ erste Geburt beschert hat. Es haben alle einen tollen Job gemacht, dennoch bin ich der Meinung, dass es für mich noch sanfter und reibungsloser gegangen wäre, wenn ich einfach in dem Zimmer in meiner Konzentration geblieben wäre und das Hypnobirthingkonzept bis zum Ende durchgezogen hätte. Das Selbstbewusstsein, das vor erfahrenen Hebammen zu vertreten, hätte mir ein Kurs mit Sicherheit geben können, weshalb ich auch bei einer weiteren Schwangerschaft unbedingt einen Kurs in Betracht ziehen würde.

Ilka aus Chemnitz

Mein nächster und einziger Sommerkurs findet im Juli statt. Termine findest du hier

Geburtsvorbereitung

Leben schenken- ein Hypnobirthing-Geburtsbericht

Heute komme nicht ich zu Wort, sondern eine Mama, die 2018 mit Hypnobirthing ihre Geburt vorbereitet hat. Was sie dann erlebte, erfahrt ihr in ihrem wundervollen Geburtsbericht.

Mit solchen Berichten möchte ich euch eine realistische Idee vermitteln, wie Hypnobirthinggeburten sein können. Viel Freude beim Lesen und ein herzliches Dankeschön an dich, liebe Anne, dass du euren wertvollen Moment auf diese Weise mit uns teilt.

LEBEN SCHENKEN

ein Hypnobirthing-Geburtsbericht von Anne Ruitz

Es war 21Uhr am Abend des 23.06.2018. Es war einer der wenigen Tage des Sommers, die etwas kühler waren, Deutschland spielte gerade sein zweites Gruppenspiel der Weltmeisterschaft und ich lag bei meinem 4-jährigen Sohn im Bett und streichelte ihm den Rücken – er war kurz vorm Einschlafen. Der kleine Mann im Bauch war auch ruhig… bis ich einen beherzten Tritt im Oberbauch spürte und eine Art Knall. Ich erschrak und wusste sofort, dass etwas anders war. Kurz darauf spürte ich Flüssigkeit meine Beine hinunterlaufen. Meine Fruchtblase war geplatzt. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals, ich begann leicht zu zittern, die Aufregung hatte meinen ganzen Körper im Griff, denn ich wusste: Nun ist es soweit, nun gilt es anzuwenden, worauf ich mich die letzten 5 Monate – seit Beginn meines Hypnobirthing-Kurses – täglich vorbereitet hatte.

Es folgte kurzer Aufruhr als ich meinem Mann sagte, was geschehen war und mein großer Sohn war natürlich auch wieder wach geworden und freute sich, dass sein Brüderchen nun bald auf der Welt sein wird. Ich spürte indessen, dass es Zeit war, mich zurückzuziehen und zu entspannen. Mein Mann, der zugleich mein Geburtsbegleiter war, half mir meinen Raum vorzubereiten: Ich dimmte das Licht, zündete meine Duftkerze an und legte die Musik bereit, die ich mir für diese Phase der Geburt ausgesucht hatte. Ich verabschiedete mich von meinem Erstgeborenen, der – wenn ich ihn das nächste Mal sehe – ganz offiziell ein großer Bruder sein wird. Ich legte mich ins Bett, umhüllt von der weichen Bettwäsche, die ich liebte, Rosenduft und bronzefarbenen Licht, ich hörte die Regenbogen-Entspannung und wendete die Entspannungsatmung an, die nach 5 Monaten in Fleisch und Blut übergegangen war. Hier konnte ich mich Fallenlassen…Nach nicht einmal 20 Minuten setzten die ersten Geburtswellen ein. Sie waren ganz sanft und es lagen 15 Minuten Pause dazwischen. Ich habe es sehr genossen in dieser Phase der Geburt nur für mich zu sein, mit meinem Baby und mich einzustimmen. Es hat sich für mich nach etwas Rituellem, nahezu Heiligem angefühlt.

Nach einer Weile kam mein Mann zu mir, er legte sich neben mich, hielt meine Hand und streichelte mich in den Wehenpausen. Es war sehr nah zwischen uns, das war wirklich wunderschön. Als die Geburtswellen intensiver wurden und die Pausen kürzer, spürte ich, dass es Zeit war für einen Positionswechsel. Ich wechselte zwischen Hocken auf dem Boden und Hängen über dem Bettrand. Ich fühlte ganz deutlich, dass es in jeder Position letztlich darum ging, so gut wie möglich loslassen zu können, die Geburtswellen geschehen und die Gebärmutter arbeiten zu lassen. Je besser mir das gelang, desto einfacher fielen die Wellen der Eröffnungsphase. Dies ist auch der Grund, weshalb ich mich dann entschied ins Wasser zu gehen. Inzwischen war es ca. 0Uhr, Geburtswellen ca. aller 7 min. Meine Hebamme, die zugleich auch meine Mama ist, war ebenfalls eingetroffen und begleitete mich fortan mit. Der Gebärmuttermund war zu diesem Zeitpunkt etwa 3cm geöffnet. Das Wasser trug mich und mein Baby, die warmen Duschstrahlen massierten sanft meinen Rücken. Im Hintergrund lief immer noch die Musik der Regenbogenentspannung. Ich verlor ab diesem Moment jegliches Zeitempfinden, ich hatte die meiste Zeit meine Augen geschlossen, visualisierte mein Baby und meinen Gebärmuttermund, wendete die Atemtechniken an. Meine Mama meldete mir später rück, dass ich von außen betrachtet ruhig und vertieft wirkte. Die Wellen wurden zunehmend intensiver und ich wusste, es war nun Zeit in die Klinik zu fahren, wo mein Sohn auf die Welt kommen sollte. Es war nun ca. 3.30Uhr morgens.

Wie ich mir die Geburt und Bedingungen in der Klinik wünschte, habe ich im Vorfeld mit meiner Hebamme besprochen und ich bin ihr sehr dankbar, dass sie die Umsetzung so ermöglicht hat. Endlich im Kreissaal angekommen (ca. 4.30Uhr), wollte ich sofort wieder ins Wasser. Es ging so viel leichter dort für mich. Mein Mann und meine Hebamme hielten den Rahmen, Musik, Duft, nur wir 3, wenn medizinisch nicht anders notwendig. Mein Muttermund war inzwischen vollständig geöffnet und ohne, dass ich dafür einen Befund brauchte, bemerkte ich dies. Ich spürte einen unglaublichen Druck, eine Kraft nach unten und ich begann intuitiv die Geburtsatmung anzuwenden. Auch die Geburtswellen fühlten sich nun anders an. Das Ziehen der Eröffnungsphase war völlig verschwunden, stattdessen war da nur noch ein kraftvoller Druck, der tatsächlich nicht schmerzhaft war! Ich wusste mein Baby ist nun im Becken, ich visualisierte es, mit jeder Geburtswelle spürte ich wie es tiefer rutschte, dem Ende des Geburtskanals näher kam. Wenige Wehen hat es nur gedauert – ich glaube es waren ungefähr 4 – dann war das Köpfchen da und nach einer letzten Ruhepause mit der 5. Welle der restliche Körper. Ich war selbst ein wenig überrascht, wie schnell das nun ging. Erschöpft nach diesem wundervollen, kraftvollen Ereignis konnte ich mein gesundes Baby nach nur 50min. in der Klinik überwältigt und glücklich in den Armen halten – 5.20Uhr am 24.6.2018. Wir waren beide völlig unversehrt und konnten noch am selben morgen wieder nach Hause gehen.

Hypnobirthing hat mich durch diese Geburt geführt und diese für mich zu einer bewussten und selbstbestimmten Erfahrung gemacht. Es hat mir Wissen vermittelt, was mir geholfen hat, den Geburtsprozess noch einmal neu zu verstehen und es hat mir Methoden (für mich v.a. Atmung und Visualisierung) für jede Phase der Geburt an die Hand gegeben. Es hat mich ermutigt, meinem Körper und der Natur zu vertrauen. Ich wusste zu jeder Zeit, was gerade passiert und was gut für mich ist. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich wünsche allen Frauen, dass sie die Geburt ihrer Kinder als solch eine wunderbare, heilige und kraftvolle Erfahrung erleben dürfen.

Anne ist im echten Leben Heilpraktikerin für Psychotherapie in Chemnitz…ihr findet sie hier:

http://www.sanari-familienpraxis.de

Geburtsvorbereitung

Die Angst vor der Geburt hat einen Feind Teil 2

Herzlich Willkommen zurück 🙂

Im letzten Blogbeitrag habe ich dir ein paar Dinge zur Angst erzählt: sie ist eigentlich ein Schutzgefühl. Ein Gefühl, das da ist, um uns vor Gefahren zu warnen und uns davon abzuhalten, uns in gefährliche Situationen zu begeben. Und dann hast du erfahren, weshalb wir bei einem natürlichen, lebensschenkenden Vorgang wie der Geburt dennoch Angst haben. Obwohl ich noch einmal betonen möchte, dass Angst für Gefahr wertvoll ist und Geburt in den allermeisten Fällen keine Gefahr ist, sondern eben eine Geburt.

Nützt aber nix, die Angst sitzt tief.

Wie kann man ihr also begegnen? Wie schon angedeutet, gibt es einen psycho-physiologischen Gegenspieler, ihren Feind, einen Zustand, der Angst ausschaltet. Der Zustand nennt sich ganz unspektakulär Entspannung.

Was ist Entspannung?

Im Zustand der Entspannung ist unser Relax-Erdmännchen aktiv, der Parasympathikus. Er sorgt für Regeneration und Erholung. Er senkt den Blutdruck, verlangsamt den Herzschlag und die Atmung, die Schweißsekretion wird verringert, die Hände und Füße besser durchblutet und dadurch warm. Die Muskulatur ist entspannt und wir fühlen uns locker, gelöst, leicht oder auch schwer. Das sind nur ein paar Beispiele seiner Wirkung.

Die körperlichen Zustände von Angst und Entspannung schließen sich offensichtlich gegenseitig aus.  Wir können schließlich nicht gleichzeitig Herzrasen und einen langsamen Herzschlag haben, stimmt’s?

Wenn Entspannung herrscht, muss die Angst draußen bleiben. Und damit auch ihre ungünstige Auswirkung auf den Geburtsverlauf.

Wie kann ich mich entspannen?

Entspannung kann auf vielen Wegen erreicht werden. Sei es Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Selbsthypnose, Meditation, Atementspannung, Entspannungsmusik hören, o.a.

Ich beherrsche verschiedene Methoden, möchte dir gern meinen Favoriten verraten:

Die Entspannungsatmung.

Sie ist meine Lieblingsentspannung, weil ihre Wirkung für so ziemlich jeden in wenigen Minuten spürbar ist, weil  sie leicht umzusetzen und in unendlich vielen Situationen einsetzbar ist.

Wenn du sie in der Schwangerschaft regelmäßig, am besten täglich 20min anwendest, profitiert auch dein Baby schon davon.

Setz dich oder lege dich dazu bequem hin. Das ist besonders am Anfang hilfreich. Lege deine linke Hand oberhalb der Brüste ab, die rechte unterhalb des Bauchnabels.

Nun spüre für 3-4 Atemzüge lang einfach nach, wo du den Atem spürst. Welche Hand hebt und senkt sich mehr? Bist du jemand, der schon leicht tief in den Bauch atmen kann? Oder neigst du eher zu einer Atmung die sich stark auf den Oberkörper begrenzt?

Zur Entspannung ist die Bauchatmung ideal. Ich persönlich habe sehr lange gebraucht, die Bauchatmung im Alltag umzusetzen. Ich gehörte auch zu den Stressatmern.

Senke die Schultern, lass deinen Kiefer locker. Nun beginne tief vier Zähler lang einzuatmen und dann doppelt so lange auszuatmen.

Ein,zwei,drei,vier,aus,zwei, drei,vier, fünf, sechs sieben,acht. 

Konzentriere dich auf den Atem und die Zahlen und spüre, wie dabei nach und nach eine tiefe Ruhe in deinem Körper und deinem Geist Einzug hält.

Bleibe dabei für 10-20min. Wenn du gedanklich abschweifst, registriere das einfach nur und kehre zurück zum Atem und zum Zählen.

silhouette of pregnant standing on seashore during golden hour
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Wie fühlt sich die Entspannung für dich an?  Wie entspannst du dich am besten?

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Geburtsangst hat einen Feind Teil 1

Ein Hauptthema, das Schwangere bewegt ist die Angst vor der Geburt.

Genau genommen, die Angst vor den Schmerzen. Deswegen bekommen diese beiden Themen in nächster Zeit hier Raum.

Was ist Angst?

Angst ist ein Gefühl. Wie jedes Gefühl, hat sie einen Zweck, einen Sinn. Angst ist ein Schutzgefühl. Es soll uns vor Gefahren schützen. Zum Beispiel, wenn wir auf einem Berg dem Abgrund zu nahe kommen oder wenn wir in freier Natur plötzlich einem Bären gegenüber stehen. Gut, letzteres ist heutzutage in unserer Region eher unwahrscheinlich 😉

Sie dient letztlich dazu, unser Überleben zu sichern. Das ist die gesunde Angst.

Warum haben die meisten Frauen Angst?

Es ist doch so, dass es sich um einen natürlichen Vorgang handelt, das bedeutet doch keine Lebensgefahr, oder?

Um diese Angst verstehen zu können, muss man in der Zeit zurückgehen. Da kam es viel häufiger vor, dass die Geburt für Mutter oder Kind nicht gut ausging. Komplikationen bedeuteten nicht selten den Tod. Daher gibt es durchaus eine Kopplung zwischen Geburt, Tod und Angst.

Angesichts des medizinischen Fortschritts ist das ja eigentlich gar nicht mehr notwendig, oder? Das stimmt, Geburten sind heute sehr sicher, zumindest was die Mortalitätsraten angeht. Aber etwas anderes hält die Angst am Leben. Es sind die überlieferten Geschichten, eine Art transgenerationale Angstweiertgabe von Müttern zu ihren Töchtern. Nicht umsonst werden scheinbar auch Kaiserschnitte wahrscheinlicher, wenn die eigene Mutter auch schon einen hatte.

Und noch mehr führt zu der bestehenden kollegialen Geburtsangst: Dazu eine Frage an dich: Was ist das erste Bild, das dir in den Sinn kommt, wenn du an Geburten denkst?

Es werden einige der folgenden Aspekte mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Rolle spielen: ein Krankenhauskreißsaal, eine auf dem Rücken liegende, schreiende, pressende, rot angelaufene Frau, Personal und Überwachungsgeräte drumherum.

Diese Bilder kommen aus den Medien, denn das sind die typischen Szenen in Filmen, wie Geburten dargestellt werden. Und das formt unsere Vorstellung von Geburten.

Diese Vorstellung wird noch weiter unterfüttert mit diversen Horrorgeschichten von Geburten. Als kleines Schmankerl oben drauf erfahrt ihr vielleicht -wie ich- zum Elterninformationsabend im Krankenhaus, dass “jede Frau an ihre Belastungsgrenzen“ kommt und dann werden die Möglichkeiten der Schmerzlinderung aufgelistet.

Unweigerlich bildet sich eine enge Verbindung zwischen Geburt, Bildern leidender Frauen und Schmerz. Wie soll Frau da schon entspannt bleiben?

Auf die Idee, dass es auch anders sein kann, genau genommen anders in uns angelegt ist, kommt Frau vielleicht gar nicht und oft, so scheint es aktuell, stellt sich die Frage nach Alternativen erst dann, wenn wir bereits eine schmerzliche Erfahrung gemacht haben und uns auf den Weg machen, es anders erleben zu wollen.

Die Kehrseite der medizinischen Fortschritte ist leider die, dass die etablierten Routinen, das Setting, die bürokratischen Abläufe etc. ihren Teil dazu beitragen, dass die natürlichen Vorgänge gestört werden und dadurch mittlerweile im Krankenhaus Geburten sogar interventionsreicher und somit unsicherer sind als Hausgeburten (von der Mortalität abgesehen- „sicher“ bezieht sich hier auf die notwendig werdenden Interventionen). Es entstehen schlichtweg mehr Notfälle, die zu Hause und im Geburtshaus deutlich geringere Wahrscheinlichkeiten aufweisen.

Zurück zur Angst. Wenn wir Angst haben, wird unser Stresssystem aktiviert- der Sympathikus erhöht unseren Blutdruck, lenkt Blut (und somit auch die Sauerstoffhauptversorgung) in die großen Muskeln und ins Gehirn, erhöht den Blutdruck, die Atemfrequenz und  den Muskeltonus! (Muskelspannung) u.v.m….  denn es möchte uns vorbereiten auf eine mögliche Kampf- oder Fluchtreaktion. Unser System wittert schließlich Gefahr und somit schlägt unser Wacherdmännchen Alarm und das Überlebensprogramm springt an.

Für die Geburt ist das jedoch hinderlich! Die Gebärmutter braucht den Sauerstoff für eine optimale Muskulaturarbeit, der ihr nun entzogen wird, das bekommt auch dem Baby nicht lange gut. Die Muskelspannung hindert zudem den Öffnungsprozess. Das Baby wird Genen einen angespannten Muskelring gedrückt. Hier können nun tatsächlich Schmerzen entstehen, die normalerweise gar nicht im Geburtsprozess notwendig sind.

Wie kannst du das vermeiden?

Mit dem größten Feind der Angst: mit ENTSPANNUNG!
denn physiologisch gesehen kann beides gleichzeitig nicht da sein.

Das ist wichtig, damit die Geburt leicht und ungestört verlaufen kann, damit keine unnötigen Verzögerungen und Schmerzen entstehen und damit dein Baby optimal mit Sauerstoff versorgt wird und auch entspannt bleibt.

Im nächsten Beitrag erfährst du dann, was Entspannung ist  was dabei im Körper passiert und ich erkläre dir meine Lieblingstechnik- wie du dich entspannen kannst.

 

Herzlichst, Steffi